Saisonanalyse 2018/19 - Lausanne ist noch keine Meistermannschaft

Der Lausanne HC verabschiedet sich nach der ersten Halbfinal-Qualifikation der Klubgeschichte in die Ferien. HockeyInfo macht eine kurze Saisonanalyse zu jedem Team.

Best Player - Lausanne HC

Aus Sicht der Lausanner war der beste Spieler in den eigenen Reihen leider bis zum fünften Halbfinal-Spiel verletzungsbedingt abwesend. Dustin Jeffrey war auch in dieser Saison der beste Spieler des LHC und wurde soeben zum dritten Mal in Serie bester Skorer des Teams in der Regular Season. Während seinen drei Jahren in der Schweiz hat Jeffrey über einen Punkt pro Spiel gesammelt und ist damit wohl einer der konstantesten Ausländer der letzten Jahre.

Sobald Jeffrey auf dem Eis stand, ging deutlich mehr Gefahr von den Lausannern aus. Mit Joël Vermin und Christoph Bertschy hatte er auch zwei Linienpartner, die seine teilweise unmöglich erscheinenden Zuspiele verwerten konnten. Mit einem vollständig genesenen Jeffrey wäre Lausanne im Halbfinal vermutlich eine grössere Gefahr für den EV Zug gewesen.

Hätte Dustin Jeffrey im Halbfinal einige Pucks hinter Tobias Stephan versenkt, wenn er fit gewesen wäre? (TOPPictures Dominic Richter)

Die Überraschung

Aus dem Nichts war Tyler Moy im vergangenen November aufgetaucht. Als er dann einen Vertrag in Lausanne unterschrieben hatte, dachten viele, er sei nur eine weitere Verpflichtung, die mit etwas Geld von Amerika zurück in die Schweiz gelockt wurde. Doch Moy hielt sich überraschenderweise in den ersten drei Sturmreihen und skorte dabei sogar ziemlich regelmässig. In 32 Qualifikationsspielen gelangen ihm zehn Tore und sieben Assists. Damit sammelte er mehr Punkte als die in der National League gestandenen Yannick Herren, Robin Leone, Sandro Zangger usw. In den Playoffs erreichte er wie viele seiner Mitspieler mit nur zwei Assists zwar nicht mehr das Niveau der Regular Season, trotzdem zählt Moy zu den Überraschungen der Saison.

Die Enttäuschung

Im letzten Sommer hatte Etienne Froidevaux die Captainbinde von John Gobbi geerbt. Er setzte damit ein Zeichen, dass ein Wechsel zu seinem Jugendklub Bern vorerst ausgeschlossen ist. Doch Froidevaux ist einer der Leidtragenden, die sich durch die Investitionen in das Kader immer mehr hinten anstellen müssen. Ein Grossteil der Qualifikation bestritt er in der dritten oder vierten Linie und erhielt durchschnittlich nur noch knapp 13 Minuten Eiszeit. Er erzielte inklusive Playoffs in 47 Spielen nur je fünf Tore und fünf Assists, nachdem er in den letzten vier Spielzeiten immer mindestens 26 Punkte auf seinem Konto gehabt hatte.

Die Saisonausbeute

Mit der ersten Halbfinal-Qualifikation auf höchstem Niveau der Klubgeschichte haben sich die Lausanner in dieser Saison um einiges besser verkauft als in der vergangenen, in welcher man den Gang in die Playouts hatte antreten müssen. Die Erwartungen von Präsident Ken Stickney, nach dem Einzug ins neue Stadion eine potentielle Meistermannschaft beisammen zu haben, sind mit dieser Saison sicherlich mehr ins Mögliche als ins Unmögliche geraten. Um den ersten Meistertitel der Klubgeschichte zu feiern, fehlt den Waadtländern doch noch einiges. Für die Zukunft haben die Lausanner mit dieser Saison aber eine solide Basis gelegt.

Als Captain mehr unter- als aufgetaucht: Etienne Froidveaux. (TOPpictures/Sergio Brunetti)

Die Zukunft

Erstaunlicherweise hat sich Lausanne auf dem Transfermarkt bisher ziemlich zurückgehalten. Die einzige Verpflichtung für die kommende Saison ist Tobias Stephan, Torhüter des Halbfinal-Gegners Zug. Die Verpflichtung des Torhüters im vergangenen Herbst kam ziemlich überraschend, da Lausanne mit Sandro Zurkirchen und Luca Boltshauser bereits über zwei potentielle Nummer 1 Torhüter mit laufenden Verträgen verfügt. Ein Teil des diesjährigen Goalie-Duos wird den Klubs also voraussichtlich verlassen. Obwohl Zurkirchen die Mehrheit der Playoff-Partien bestritten hat, scheint bei ihm ein Abgang wahrscheinlicher als bei Boltshauser.

Ansonsten bleibt der Kern des Kaders für die kommende Saison grösstenteils beisammen. In der Verteidigung laufen die Verträge von Valentin Borlat (26) und Philippe Schelling (34)  aus. Die beiden Schweizer werden den Klub wohl verlassen. Dario Trutmann (26) wird die Lausanner Defensive ebenfalls in Richtung Zürich verlassen. Die immer weniger zum Zug gekommenen Stürmer Sandro Zangger (24) und Loïc In-Albon (21) suchen in Lugano bzw. Langnau mehr Verantwortung.

Die Ausländerfrage muss noch geregelt werden. Die Verträge des Verteidiger Petteri Lindbohm (25) und der Stürmer Cory Emmerton (30) und Torrey Mitchell (34) laufen aus. Mit Emmerton befindet sich Lausanne laut diversen Quellen in Vertragsverhandlungen. Die zwei produktivsten Importspieler der letzten drei Jahre, Dustin Jeffrey und Jonas Junland, sind noch zwei Jahre an den Halbfinalisten gebunden.

Zuzüge:

  • Tobias Stephan (G)

Abgänge: 

  • Dario Trutmann (D)
  • Sandro Zangger (F)
  • Loïc In-Albon (F)

Ausländer: 

  • Jonas Junland (D)
  • Dustin Jeffrey (F)

Die Analyse des letzten Feriengängers:


Leser-Kommentare