HockeyInfo Saison-Vorschau: Lausannes Einzug ins neue Stadion und die damit verbundenen Meisterhoffnungen

In den letzten Jahren investierte der Lausanne HC viel Geld in die erste Mannschaft. Die Klubführung mit dem amerikanischen Milliardär Ken Stickney wollte bis zum Einzug ins neue Stadion in diesem Herbst eine potentielle Meistermannschaft beisammen haben. Mit dem ersten Playoff-Halbfinaleinzug der Geschichte im letzten April zeigten sie der Konkurrenz erstmals, dass mit ihnen zu rechnen ist. 

Tobias Stephan soll’s nun richten

Mit dem Rücktritt von Cristobal Huet im Sommer 2018 beendete in Lausanne ein jahrelang  sicherer Rückhalt seine Karriere. Das Goalie-Duo Sandro Zurkirchen und Luca Boltshauser sollte ihn ersetzen. Die Verantwortlichen waren damit jedoch nicht komplett zufrieden und liessen sich die Chance nicht entgehen, trotz den weiterlaufenden Verträgen von Zurkirchen und Boltshauser mit Tobias Stephan einen der besten Schweizer Torhüter der vergangenen Jahre zu verpflichten.

Der 35-Jährige stand in seiner Karriere bisher dreimal in einem Playoff-Final, durfte den Pokal aber noch nie in die Höhe strecken. Deshalb wird ihm auch immer wieder nachgesagt, kein Meistertorhüter zu sein. In Lausanne, wo er für drei Jahre unterschrieben hat, ergibt sich nun wohl seine letzte Chance auf die grosse Krönung seiner langen Karriere. 

Tobias Stephan soll Lausanne zum ersten Meistertitel der Geschichte führen. (
Victoria Martynovich, CHL)

Mit zwei ausländischen Verteidigern zum Erfolg?

Wie bereits in der letzten Saison startet Lausanne mit zwei ausländischen Verteidigern in die Saison. Während Jonas Junland für die offensiven Glanzmomente sorgen kann, soll Petteri Lindbohm, der an der Weltmeisterschaft im Mai mit Finnland die Goldmedaille nach Hause nehmen durfte, eher die Abwehr stabilisieren. 

Den nach Zürich abgewanderten Dario Trutmann soll Fabian Heldner ersetzen. Obwohl Heldner mit 23 Jahren noch viel Verbesserungspotential besitzt, hat er bereits über 200 Spiele in der National League bestritten und reichlich Erfahrungen gesammelt. Dadurch zählt er auch in den erweiterten Kreis der Nationalmannschaft. Falls sich der 193 cm grosse und 95 kg schwere Brocken in Lausanne weiter steigert, könnte er im nächsten Mai an der Heim-WM eine interessante Option für Patrick Fischer werden.

Die unglaubliche Tiefe auf der Mittelachse

Nach Joel Vermin und Christophe Bertschy haben die Waadtländer auch in diesem Sommer einen Spieler aus der NHL bzw. AHL in die Schweiz locken können, der keine Ausländerlizenz beansprucht. Josh Jooris ist ein kanadischer Center, dessen Vater einst für Lausanne auf Torejagd ging und der im Lausanner Nachwuchs erstmals die Schlittschuhe anzog. Der 29-jährige Center, der bereits vor einem Jahr mit der Schweiz in Verbindung gebracht worden war, bestritt etwas über 200 Spiele in der besten Liga der Welt. 

Neben Jooris wechselt mit Cody Almond ein weiterer Center nach Lausanne. Damit haben die Lausanner eine wahrlich meisterliche Mittelachse: Dustin Jeffrey sammelte in seinen drei Spielzeiten in der National League über einen Punkt pro Spiel. Cory Emmerton bewies in Ambri als auch letzte Saison in Lausanne, dass er Spiele entscheiden kann. Captain Etienne Froidevaux ist auf der Mittelachse beheimatet und bestritt vor mehreren Jahren eine solide Weltmeisterschaft. Mit Bertschy und Vermin haben die Lausanner zudem zwei variable Spieler in ihren Reihen, die in der Nationalmannschaft zuletzt als Center eingesetzt worden sind, in der Liga durch die starke Mittelachse aber wohl auf dem Flügel zum Einsatz kommen werden.

Zuzüge:

  • Tobias Stephan (G)
  • Viktor Oejdemark (D)
  • Fabian Heldner (D)
  • Cody Almond (F)
  • Josh Jooris (F)

Abgänge: 

  • Sandro Zurkirchen (G)
  • Dario Trutmann (D)
  • Philippe Schelling (D)
  • Valentin Borlat (D)
  • Sandro Zangger (F)
  • Loïc In-Albon (F)
  • Mika Partanen (F)

Ausländer: 

  • Jonas Junland (D)
  • Petteri Lindbohm (D)
  • Dustin Jeffrey (F)
  • Cory Emmerton (F)

Individuelle Klasse definitiv vorhanden

Die individuelle Klasse ist in Lausanne auf jeden Fall vorhanden. Doch gelingt es Ville Peltonen, eine gemeinsame Einheit und ein starkes Kollektiv zu bilden? Das ist wohl die grösste Aufgabe des finnischen Trainers, der erst seine zweite Saison überhaupt als Headcoach in Angriff nimmt. In Lausanne ist der Grat zwischen Top und Flop ähnlich schmal wie in Zürich. Auf Sieges- folgten in den letzten Jahren auch immer wieder Niederlagenserien. 

Lausanne muss vor allem hoffen, dass sie vom Verletzungspech verschont bleiben. Mit nur acht Verteidigern und 13 Stürmern haben sie ein ziemlich schmales Kader. Zwar können einzelne Ausfälle ohne Probleme verkraftet werden, da fast jeder Spieler des Kaders in den ersten zwei Linien auflaufen könnte. Fallen jedoch mehrere Spieler auf einmal aus, müssten Nachwuchsspieler nachrücken, die noch keine Erfahrungen in der höchsten Schweizer Spielklasse gemacht haben. 

HockeyInfo ist der Meinung, dass die breite individuelle Klasse in der Qualifikation auf jeden Fall zu spüren sein wird. Durch den Einzug ins neue Stadion wird sicherlich noch einmal ein Schub durch die Mannschaft gehen. Die Playoffs werden ohne Zweifel erreicht und zwischendurch können den Spitzenteams wie Zug und Bern die Siege geklaut werden. Für eine Platzierung in den Top 3 lassen die Waadtländer jedoch zu viele Punkte liegen.

Platz 4

HockeyInfos Prognose: 

1. 

2. EHC Biel

3. SC Bern

4. Lausanne HC

5.

6.


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