HockeyInfo Saison-Vorschau: Zug auf der Jagd nach dem Meistertitel

Der EV Zug hat sich in den letzten Jahren durch ein cleveres Management als Spitzenteam etabliert. Herausragende Talente aus dem eigenen Nachwuchs sollen in die erste Mannschaft einbezogen werden und damit das Kader quantitativ verstärken. Gleichzeitig werden die besten Schweizer Spieler der Liga nach Zug gelockt. Nach der letzten Transferoffensive steigen die Innerschweizer nun gar als Favorit auf den Titel in die Meisterschaft.

Der beste Schweizer Torhüter in den eigenen Reihen

Eigentlich sagt dieser Transfer schon fast alles über die Ansprüche der Zuger aus: Mit Leonardo Genoni wurde der beste Schweizer Torhüter der vergangenen Jahre für die nächsten fünf Jahre unter Vertrag genommen. Dies, obwohl man mit Tobias Stephan zuvor einen überdurchschnittlichen Torhüter hatte, der seinen Vertrag in der Innerschweiz gerne verlängert hätte. Doch Zug liess sich die Möglichkeit nicht entgehen, auch auf der Torhüterposition noch etwas zuzulegen.

Der 32-jährige Genoni wird ohne Frage die ganze Mannschaft noch einmal besser machen. Er gibt seinen Vorderleuten Vertrauen und Sicherheit, um noch befreiter aufspielen zu können.

Leonardo Genoni weiss, wie man Titel gewinnt: Dreimal mit dem HC Davos und zweimal mit dem SC Bern durfte er schon den Kübel in die Höhe strecken. (evz.ch)

Schwachpunkt Defensive

Wenn man sich im Zuger Kader ein Schwachpunkt herauspicken müsste, dann wäre es wohl die fehlende Tiefe in der Verteidigung. Ohne ausländischen Verteidiger haben die Zuger mit Raphael Diaz und Santeri Alatalo nur zwei wirklich überdurchschnittliche Abwehrspieler in der Mannschaft. Dominik Schlumpf kann man, wenn er seine Form findet und verletzungsfrei bleibt, ebenfalls noch hinzuzählen. 

Ansonsten überragen die hinteren Verteidigungspaare nicht. Jesse Zgraggen und Miro Zryd sind zwar solide, in einem Meisterteam würde man sie jedoch (noch) nicht erwarten. Thomas Thiry und Livio Stadler sind zweifelsohne grosse Talente und haben noch viel Verbesserungspotential. Allerdings fehlt ihnen teilweise die nötige Erfahrung und Abgeklärtheit.

Hofmann, Kovar, Lindberg: So sieht Verstärkung aus

Den Sturm haben die Zuger noch einmal verstärken können. Obwohl die zwei punktbesten Ausländer der vergangenen Saison nach Zürich gewechselt (Garrett Roe) beziehungsweise nach Schweden zurückgekehrt (Dennis Everberg) sind, wurden sie durch Jan Kovar und Oscar Lindberg mindestens ebenbürtig ersetzt. 

Der 29-Jährige Tscheche ist einer der besten Spieler ausserhalb der NHL. In der KHL sammelte in 368 Spielen sagenhafte 377 Skorerpunkte. Auch international überragt er an sechs Weltmeisterschaften mit über einem halben Punkt pro Spiel. 

Im Gegensatz zu Kovar verbrachte der 27-jährige Lindberg mehrere Jahre in Nordamerika, wo er in der letzten Saison zu 55 Spielen mit 20 Torbeteiligungen (für die Vegas Golden Knights und die Ottawa Senators) kam. Es ist durchaus erstaunlich, dass der Schwede nach Europa zurückkehrt und keinen Vertrag in der NHL unterschrieben hat. 

Durch die namhafte Verstärkung geht der Zuzug von Gregory Hofmann zuletzt fast etwas unter. Der 26-jährige Flügel erzielte in der vergangenen Qualifikation hervorragende 30 Tore und wurde konkurrenzlos Topskorer des HC Lugano. In der Vorbereitung lief Hofmann oftmals mit Kovar in derselben Linie auf und skorte wie am laufenden Band. Die Konkurrenz muss sich vor diesem Duo auf jeden Fall in Acht nehmen.

Zuzüge:

  • Leonardo Genoni (G)
  • Gregory Hofmann (F)
  • Jérôme Bachofner (F)
  • Erik Thorell (F)
  • Jan Kovar (F)
  • Oscar Lindberg (F)

Abgänge:

  • Tobias Stephan (G)
  • Sandro Aeschlimann (G)
  • Victor Oejdemark (D)
  • Tobias Fohrler (D)
  • Dominic Lammer (F)
  • Reto Suri (F)
  • Dennis Everberg (F)
  • Garrett Roe (F)
  • Brian Flynn (F)

Ausländer:

  • David McIntyre (F)
  • Carl Klingberg (F)
  • Erik Thorell (F)
  • Jan Kovar (F)
  • Oscar Lindberg (F)

Ziel ganz klar: Meistertitel

Bei den Innerschweizern ist die Zielsetzung für die kommende Saison wohl ziemlich eindeutig. Mit den starken Neuzugängen muss spätestens jetzt der zweite Meistertitel in der Vereinsgeschichte her. Der norwegische Trainer Dan Tangnes hatte in der letzten Saison Zeit, sich an die National League zu gewöhnen und dem Kern der Mannschaft sein System beizubringen. Druck verspürte er damals noch keinen. Jetzt kehrt sich der Spiess um. Der Meistertitel ist kein dürfen mehr, sondern ein müssen. 

Trotzdem kann sich dies auch positiv auswirken. Die Mannschaft ist weiterhin hungrig und keineswegs erfolgsgesättigt. Nur fünf Spieler haben bisher einen Meistertitel in ihrer Karriere gefeiert, drei davon sind Neuzugänge. Der Wille ist also auf jeden Fall vorhanden.

Da der ebenfalls erfolgshungrige Tangnes in jedem Spiel das beste von seinen Spielern fordern wird, ist HockeyInfo der Meinung, dass die Zuger am Ende als Qualifikationssieger dastehen werden.

Zug: Platz 1


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